Die interessierenden biomagnetischen Signale liegen zwischen 1 und 100 pT
für das menschliche Herz und unterhalb von 1 pT für das menschliche
Gehirn. Im Vergleich dazu beträgt das statische Magnetfeld der Erde in
Deutschland etwa 50 µT, und die Amplituden des 50Hz-Netzes liegen in
städtischer Umgebung im Bereich von einigen 10 nT bis ca. 1 µT.
Um in der Lage zu sein, die winzigen biomagnetischen Signale mit einem vernünftigen
Signal-Rausch-Verhältnis messen zu können, haben wir eine magnetische
Abschirmkammer (MSR) von der Vakuumschmelze Hanau beschafft. Die Abschirmkammer
vom Typ AK3b ist ungefähr 3 m breit und 4 m lang. Sie enthält zwei
Lagen Mu-Metall für die magnetische Schirmung sowie eine Lage Kupfer
für die HF-Schirmung. Für den Abschirmfaktor in der Raummitte, gemittelt
über alle drei Raumrichtungen, wurden folgende Werte bestimmt: 35 bei
0,02 Hz, 71 bei 0,1 Hz, 561 bei 1 Hz und 5 x 105 bei 100 Hz.
Zur weiteren Verbesserung der Abschirmung bei niedrigen Frequenzen ist die
Abschirmkammer mit einem aktiven Kompensationssystem ausgestattet. Diese besteht
aus drei orthogonalen Hemholtz-Spulen, die um die Abschirmkammer herumgewickelt
sind. Die Ströme, mit denen die Kompensationsspulen gespeist werden,
werden durch ein 3-achsiges Fluxgate-Magnetometer gesteuert, welches niederfrequente
Variationen des Umgebungsmagnetfeldes detektiert. Das aktive Kompensationssystem,
welches Frequenzkomponenten unterhalb von 10 Hz unterdrückt, verbessert
den Abschirmfaktor z.B. bei 1 Hz um ca. einen Faktor 10.
Um biomagnetische Messungen, insbesondere am menschlichen Gehirn (so-genannte
Magnetoenzephalografie, MEG), durchführen zu können, ist die Abschirmkammer
mit einer Öffnung an der Frontseite ausgestattet, die es erlaubt, den
Patienten optisch über einen Beamer zu stimulieren, sowie einer Webcam
zur Überwachung des Patienten, wenn er unter dem Magnetometersystem liegt.
